03_Novelle zum UG 2002 — Eine Petition für das vermeintlich Unhaltbare und gegen eine Verarmung des Wissenschaftsbetriebs und die Zerstörung unzähliger Existenzen

Petition: BILDUNG BRENNT: NEUES UNIVERSITÄTSGESETZ STOPPEN

Da sowohl das Senfl-Forschungsteam als auch unser langfristiges Forschungsvorhaben direkt von den anstehenden Entscheidungen betroffen sind, und da bislang kein Aufschrei der Universität zu vernehmen war, hier also ein Blog außerhalb der sonst projektbezogenen Nachrichten und eine Bitte, die obige Petition zu unterschreiben, denn sie versucht ein Zeichen gegen die neue UG-Novelle zu setzen. Letztere soll nämlich nicht nur die Studierenden noch weiter in ihrer Studienfreiheit einschränken – das wird zwar überall zu Recht angeprangert, ebenso wie die Entmachtung des Senats.

Tatsächlich aber bedeutet die kaum bekannte Forderung nach einer – auf die gesamte Lebenszeit zu rechnende – ausschließlich achtjährigen Anstellung von befristeten Stelleninhabern an Universitäten (Lehrbeauftragten, Postdocs, Mitarbeitern in Drittmittelprojekten) der Todesstoß für unzählige befristet angestellte Akademiker. Durch Novelle können also Akademiker nach acht Jahren befristeter Anstellung *nie wieder* an dieser Universität angestellt werden. Eine katastrophale Entscheidung des Bundesministers für Bildung und Wissenschaft Heinz Faßmann und der Wissenschaftsspreccherin der Grünen, Eva Blimlinger (die – mit Blick auf die Einschränkungen für die Studierenden – übrigens selbst 11 Jahre für ihr Magisterstudium gebraucht hat).

Die Lage wird umso prekärer, als die Neuerungen mit 1. Mai 2021 eingeführt und auch rückwirkend gelten sollen. Die Novelle reduziert also nicht nur die breit gefächerte Lehre an Instituten, die bekanntlich meist von mindestens 40% externem Lehrpersonal geleistet wird, sie führt auch zu einer Abwanderung hochqualifizierter Wissenschaftler ins Ausland und zu einer Verarmung der Wissenschafts- und Lehrkultur; und so wird sie eben auch unzählige Existenzen hochqualifizierter Akademiker zerstören, deren Leben durch eine prekäre Jobsituation ohnehin schon kontinuierlich am seidenen Faden hängt. Das „Am Unhaltbaren festhalten“, das von Eva Blimlinger massiv kritisiert wird, hat bisher vielen Wissenschaftlern eine halbwegs gesicherte Existenz ermöglicht.

Im Namen der Forschung sage ich daher schon jetzt: Danke für die Unterstützung!

Zum Weiterlesen zwei Beiträge von Klaus Kastberger und die Antwort darauf von Eva Blimlinger in der Tageszeitung DerStandard.

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